Geschichte der Wallfahrt
Die Stadt Amberg wurde 1634 von einer schweren Pestepidemie heimgesucht. Auf Anraten von P. Caspar Hell, Rektor des Jesuitenkollegs, versprachen die Bürger, ein Abklingen der Pest erhoffend, die Errichtung einer Marienkapelle auf dem Berg. Am 3. September wurde das von P. Hell gestiftete Marienbild auf den Mariahilfberg übertragen. Wenige Monate danach ließ die Pest nach - der Ruf der Wundertätigkeit des Bildes verbreitete sich rasch. 1659 - 1694 notierte man 162 Gebetserhörungen. Das Bergkloster wurde nur zur Wallfahrtszeit im Sommer von den Franziskanern aus dem Stadtkloster betreut. Auch die Säkularisationswirren nach 1803 konnten der Beliebtheit der Wallfahrt nichts anhaben. Bis heute ist die Wallfahrt auf dem Mariahilfberg die größte Oberpfälzer Marien-Wallfahrt geblieben. Zum Patrozinium "Mariä Heimsuchung" am 2. Juli kommen Wallfahrer aus der ganzen Oberpfalz und Oberfranken.
P. Caspar Hell
Totentafel / Nachruf auf die Toten der süddeutschen Provinz 1619 - 1660 (Übersetzung des Originals durch Std. Dr. Gorek, Schwandorf): P. Caspar Hell, aus Ingolstadt / Bayern, 43 Jahre in der Gesellschaft Jesu, 27 Jahre als Professor tätig, 4 Gelübde (andere Lesart: wurde 43 Jahre, davon 27 in der Gesellschaft Jesu, hat 4 Gelübde abgelegt.)
Im Orden hörte er Philosophie und Theologie: Einige Jahre lehrte er Humanwissenschaften (wahrscheinlich Ethik) drei Jahre davon Philosophie. Zwei Jahre hatte er ein Amt als Untergebener, vier Jahrewar er Rektor. Ein Mann von großer Begabung, zu allemimhöchsten Maße geeignet, von einer wunderbaren Güte im Umgang mit Menschen, mit den höchsten wie auch mit den niedrigsten. Man glaubt, dass er sich die Pest zugezogen hat, als er irgendwelche Infizierte besucht hat. Über seinen Tod gibt jemand, der bei dem Sterbenden anwesend war, folgendes Zeugnis ab. Er gab, sagt derjenige, so große Beweise (legte an den Tag) seiner Frömmigkeit, Geduld, Demut, Zerknirschung (Reue) und Liebe gegen Gott und Nächsten, dass er während der Krankheit den schönsten belehrenden Beweis verschiedener Tugenden uns vorgestellt zu haben scheint. Krankheit und Tod ertrug er tapfer gefasst, immermit heiterem Angesicht.
Mit den letzten Worten sagte er auch folgendes: Er ein unwürdiger und niederer Mann der Gesellschaft Jesu wünsche das Leben zu beenden in höchsten Schmerzen und in einem hässlichen und unzugänglichen Sumpf begraben zu werden: Der Ruhm Gottes und der Gesellschaft Jesu ist ihm immer zuhöchst am Herzen gelegen. Er starb als Rektor in Amberg 1634, den 20. Oktober.
Das Gnadenbild
Das Gnadenbild auf dem Mariahilfberg ist eine Kopie des berühmten Mariabildes von Lucas Cranach d.Ä. (1472 - 1553), ursprünglich für die Dresdner Heiligkreuzkirche gemalt. Während der Reformation gelangte Cranachs Bild in Privatbesitz des Sächsischen Kurfürsten.
Anfang des 17. Jh. erbat sich der Habsburger Fürstbischof Leopold während einer diplomatischen Reise in Dresden das Bild als Geschenk. Es kamnach Passau und begründete dort in einer Kopie die Wallfahrt Maria Hilf. Nach der Ernennung zum Erzherzog von Österreich stellte Leopold das Bild im Dom in Innsbruck auf, wo es bis heute verehrt wird. Mit ausschlaggebend für die weite Verbreitung des Bildes war sicherlich auch, dass der Ausspruch "Maria Hilf" in jeder Notsituation leicht über die Lippen ging. Die Darstellung orientiert sich an einer langen Tradition der kirchlichen Kunst im Motiv "Madonna der Rührung". Wange ab Wange wenden sich Mutter und Sohn einander zu. Über ihn hinweg, blickt die Muttergottes, inder Ahnung seines Schicksals zum Betrachter.
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